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Kili Training Gletscherwanderung Teil 3

Jesses Gott, warum muss man auf einer Gletscherwanderung immer so früh geweckt werden? Ehrlich, das ist ja Quälerei aber anderseits haben wir einen langen Weg vor uns. Deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als uns aus dem Bett zu schleifen (leichter Muskelkater macht sich nämlich auch schon bemerkbar). Da wir heute viel Energie benötigen, muss das Frühstück natürlich sein aber ich bringe fast nichts runter, es ist einfach noch viel zu früh. Zumindest mir geht es so.

Nach dem alles wider in unsere Rucksäcke gepackt ist und alle nochmal auf dem Klo waren, geht es los. Unser Weg führt uns über den Fieschergletscher Richtung Tal. Dieser Gletscher ist schon anspruchsvoller. Immer wieder machen sich Spalte vor unseren Füssen auf aber mit Geduld, guter Zusprache und grossen Schritten sind diese kein Problem.  Unterwegs haben wir unsere Steigeisen montiert. Es liegt nicht mehr viel Schnee und das Eis kommt zum Vorschein. Da ist es schon bisschen rutschiger und mit den Steigeisen, klappt es super. Nur muss man herum laufen, als wären die Hosen voll. Das breitbeinige Gehen ist nötig, damit sich die Steigeisen nicht immer in einander verhaken und die Hosen nicht kaputt gehen (Gamaschen sind von Vorteil).

Der Marsch ist lang. Ewig. Endlos. Die Energie lässt echt langsam nach. Ich bin müde, erschöpft, habe schwere Beine und möchte eigentlich einfach nur heim. Aber es geht noch weiter.

Da die letzten Gewitter den Weg nach Bellwald in Mitleidenschaft gezogen haben, gehen wir nun ins Fieschertal. Das bedeutet wir gehen bis zum Ende des Gletschers, danach rechts hoch Richtung Burghütte und alles weiter hinab bis ins Tal. Das rechts hoch ist einfacher gesagt als getan. Der Weg ist steil und der Anfang lässt sich nur mit einem Seil überwinden. Aber lieber hier hoch als die alten Wege. Die sehen ja echt schlimm aus. Einfach in der senkrechten ein paar Holzleitern. Aber trotzdem war für mich das kleine Stück am Seil in der Steile echt zu viel. Höhenangst habe ich ja nicht, für mich ist einfach das Klettern der Horror schlecht hin. Und dies ging für mich in diese Richtung. Da ich echt langsam übermüdet bin, erschöpft und nervlich eher am Ende, hing ich heulend am Seil. Aber leider nützt dies ja nichts, hoch muss ich trotzdem. Also runterschlucken und hoch. Am Ende habe ich es trotzdem geschafft. Endlich. Noch etwa eine halbe Stunde runter gehen und dann sind wir am Ziel. Da wir nun etwa 11 Stunden unterwegs sind, ist unser Wasservorrat am Ende. Darum schnell ein Telefon an den wartenden Schatz und er erwartet uns mit kühlem Wasser und Bier. Herrlich.

Zum Abschluss endlich eine Dusche (die gibt es natürlich in den Berghütten nicht ausser man will mit Gletscherwasser duschen brrrr). So toll und die Wanderschuhe und Socken auszuziehen, ist auch ein herrliches Gefühl. Als besonderen Abschluss gibt es ein Raclette auf der Terrasse. Und danach endlich ab ins Bett.

Insgesamt sind wir 53 Stunden marschiert. Haben eine Strecke von ca. 33 km zurückgelegt und sind ca. 1700 Meter gestiegen und ca. 3800 Meter hinab gewandert.

Eine grossartige Erfahrung um die ich echt froh und dankbar bin. Diese Gelegenheit werde ich wahrscheinlich nie wieder haben. Ich bin froh habe ich das durch gezogen.

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Kili Training Gletscherwanderung Teil 2

Nach dem wir alle heil den Treppenabstieg geschafft haben, wurden wir wieder angeleint und auch heute, darf ich direkt hinter Lars hergehen. Damit wir über die Grünhornlücke kamen, mussten wir ein Stück zurück. Danach rechts abbiegen und hoch zur Lücke. Langsam braut sich schon ein erstes Gewitter zusammen und wir müssen uns einen Unterschlupf suchen. Zum Glück hat es einen grossen Felsbrocken hinter und unter dem wir uns kurz verstecken können und auch den Regenschutz montieren. Dann stellt sich die Frage, weiter gehen und warten? Das Gewitter hat sich aber schnell verzogen und wir konnten weiter gehen. Weiter bergauf. Die Grünhornlücke ist schon sehr anstrengend. Aber oben angekommen, ist das ein herrliches Gefühl.

Auf der anderen Seite geht es schon wieder bergab Richtung Fieschergletscher. Ich habe mich an die Fussspuren von Lars gehalten. War keine gute Idee, denn auf einmal war ich einen Meter kleiner. Lautes Gelächter im Nachhinein von allen Seiten. 😀 Ich bin mit dem einen Bein bis zur Hüfte in einer kleinen Spalte gelandet. Halb so schlimm, ich kam schnell wieder raus und wir sind ja auch angeleint. Wäre ich weiter eingesunken hätten mich die anderen festhalten können.

Die Finsteraarhornhütte ist in Sichtweite und auch diese Hütte war mal auf Gletscherhöhe. Der Höhenunterschied ist hier zum Glück nicht so hoch. Leider ist der Weg eher eine Kletterpartie und klettern mag ich ja gar nicht. Aber wir haben es auch hier, alle heil geschaftt. Da jetzt erst etwa 13:00 Uhr ist, haben wir also den ganzen Nachmittag Zeit und können ein bisschen Schlaf nach holen. Oder auch so eine richtige deftige Rösti mit Speck und Käse essen. Bin ich ja auch immer dafür aber in dieser Höhe, mag ich einfach nicht wirklich essen. Übrigens lassen sich die Hütten kein Stück vergleichen. Die Finsteraarhornhütte ist relativ neu, gross und hell und einfach extrem gemütlich. Hier lässts sichs aushalten.

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Kili Training Gletscherwanderung Teil 1

August 2013

So, jetzt kommt etwa das härteste Kilitraining, dass ich absolvieren werde. Wir gehen drei Tage auf eine Gletscherwanderung. Ein Teilnehmer der Reisegruppe, hat einen Ex Schwager (ich glaube die Konstellation war so 🙂 und der ist Bergführer in Grindelwald. Er und sein Aspirant führen uns vom Jungfraujoch über den Aletschgletscher zur Konkordiahütte, von dort via Grünhornlücke zur Finsterahornhütte und danach via Fieschergletscher nach Bellwald. Uiuiui

Aufgehts.

Am Donnerstag treffen wir uns auf der kleinen Scheidegg. Also eigentlich habe wir uns schon in Interlaken gefunden, da alle den gleiche Zug nehmen. Wir haben also auf der kleinen Scheidegg zu Abend gegessen und übernachtet. Am Freitag müssen wir früh raus und da ist es schon einfacher, wenn die Hälfte der Strecke nach oben schon geschafft ist.

Am Freitag sind wir also früh los und nahmen den Zug zur Jungfrau. Unterwegs gibt es in der Eigerwand noch einen Zwischenhalt und man kann die tolle Aussicht geniessen. Man merkt jetzt schon, wie dünn die Luft langsam wird.

Oben angekommen, haben wir noch was warmes getrunken und einen Rundgang durch die Eishöhlen gemacht und dann ging es auch schon langsam los. Da wir 8 Personen sind plus zwei Bergführer, sind wir in zwei Gruppen aufgeteilt worden. Ich darf die ganze Zeit hinter Lars, dem Aspiranten hergehen. Er hat mich also an der Leine 🙂

Der erste Abschnitt war sehr einfach. Es ging hauptsächlich bergab und auch der Gletscher ist hier oben sehr einfach. Es gibt noch keine grossen Gletscherspalten dafür aber immer wieder Bäche, in denen das Schmelzwasser vorbei zischt und in einem Loch verschwindet und unterhalb des Geltschers ins Tal fliesst. Zwischen durch gibt es kleine Verschnaufpausen (die braucht es wegen der Höhe, nicht wegen der Anstrengung 😉 ), Fotostopps und Erklärungen.
Jetzt stehen wir also auf dem Konkordiaplatz und blicken alle noch oben. Es geht jetzt nämlich über eine Treppe 150 Meter weiter hoch. Eigentlich war die Konkordiahütte ja mal auf Gletschterhöhe. Doofe Klimaerwärmung. Diese Treppen, oh je oh je. Aber wir haben es alle geschafft. Als erstes geniessen wir ein kühles Bier auf der Terrasse und stossen auf die erste Hürde an und geniessen den tollen Ausblick. Schon bald braut sich aber eine Gewitter zusammen und alle Hüttengäste zieht es nach innen. Es gibt ja auch schon bald Abendessen. Die Hütte ist voll ausgebucht. Viele Gäste und Touristen machen zwei Tages Touren und dann wird hier übernachtet. Die Zimmer sind sehr klein und in unserem hat es 10 sehr schmale Betten. Mit 10 Personen auf engstem Raum, wird es auch sehr schnell heiss, feucht und stickig. Das war definitiv keine gute Nacht. Ich bin sehr froh und dankbar, wurden wir bald geweckt.

Nach einem reichhaltigen Frühstück, mussten wir uns wieder an die Treppen wagen. Zum Glück diesmal bergab aber das ist auch nicht viel einfacher 😉

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